Wie entsteht Cashback bei einer Kreditkarte?
Bei jeder Kartenzahlung zahlt der Händler ein Entgelt an die beteiligten Banken und an das Kartensystem. Ein Teil davon bleibt bei der Bank, die deine Karte herausgegeben hat. Cashback-Karten geben einen Anteil dieser Einnahme an dich zurück. Weil diese Einnahme je Zahlung klein ist, sind auch die Cashback-Sätze klein. Zweistellige Prozentsätze wie bei manchen Cashback-Portalen sind über die Karte technisch nicht darstellbar.
Höhere Sätze entstehen nur dort, wo ein weiterer Partner mitzahlt. Bei Kobrandkarten wie der Amazon Visa oder der Shell MasterCard beteiligt sich der Handelspartner am Cashback, weil er im Gegenzug Kundenbindung erhält. Genau deshalb gilt der hohe Satz auch nur bei diesem Partner. Außerhalb fällt er auf ein Niveau zurück, das die Bank allein tragen kann.
Ein hoher Satz auf einer engen Umsatzart bringt weniger als ein niedriger Satz auf allen Umsätzen, sobald dein Umsatz in dieser engen Kategorie klein ist. Zwei Prozent auf Tankumsätze klingen nach viel. Wer 60 Euro im Monat tankt, bekommt daraus 1,20 Euro, im Jahr also 14,40 Euro. Kostet die Karte mehr Jahresgebühr, bleibt ein Minus.
Cashback in Euro oder in Punkten
Nicht jedes Programm zahlt Geld. American Express vergibt mit Membership Rewards 1 Punkt je Euro Umsatz. Diese Punkte lassen sich nachträglich auf Kartenumsätze anrechnen oder im Reiseportal einlösen. Die Amazon Visa schreibt Amazon-Punkte gut. In beiden Fällen steht der Gegenwert eines Punktes nicht fest, sondern hängt vom Einlöseweg ab. Zur Umrechnung in Euro macht unsere Recherche keine Angabe.
Für den Vergleich bedeutet das: Punkteprogramme lassen sich nicht sauber gegen einen Cashback-Satz in Prozent stellen. Wer beides nebeneinander sieht, vergleicht eine feste Größe mit einer variablen. Wir weisen Punkteprogramme deshalb getrennt aus und rechnen sie nicht in Prozent um.
Warum Kobrandkarten den Satz an einen Partner binden
Bei der Amazon Visa gilt der Satz von 1 Prozent auf Amazon.de und 0,5 Prozent außerhalb. Bei der Shell MasterCard von Wüstenrot sind es 2 Prozent bei Shell und 0,5 Prozent an anderen Tankstellen. Beide Karten folgen derselben Logik. Der Partner zahlt den Aufschlag, weil er dafür Kundenbindung bekommt. Wo er nicht beteiligt ist, bleibt nur der Anteil, den die Bank aus dem Zahlungsvorgang selbst tragen kann.
Die Barclays Visa ist der Gegenentwurf. Sie zahlt laut Recherche 1 Prozent auf Tankstellenumsätze ohne Bindung an eine Kette. Der Satz ist niedriger, dafür gilt er überall. Welche der beiden Bauarten mehr bringt, hängt allein daran, ob die begünstigte Kette auf deinen üblichen Wegen liegt. Das ist eine Frage an deinen Alltag und nicht an die Karte.
Was Amex Offers von einem Cashback-Satz unterscheidet
Amex Offers sind keine dauerhafte Vergütung, sondern einzelne Händlerangebote, die du vor dem Einkauf aktiv freischalten musst. Sie erscheinen entweder als Punkte-Boost oder als Preisnachlass. Wer die Aktivierung vergisst, bekommt nichts, auch wenn er beim teilnehmenden Händler gezahlt hat. Das Prinzip ähnelt damit eher einer Aktion als einem Cashback-Programm.