Cashback und Datenschutz: welche Daten die Portale erheben
Kurze Antwort
Cashback-Portale erheben Bestandsdaten wie E-Mail-Adresse und Bankverbindung sowie Kaufdaten wie Shop, Bestellwert, Datum und Bestellnummer. Dazu kommen Klickdaten aus dem Affiliate-Tracking. iGraal nutzt neben einem Cookie mit 45 Tagen Laufzeit zusätzlich Fingerprint-Tracking. Aus der DSGVO stehen dir Auskunft, Berichtigung, Löschung und Widerspruch zu.
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Welche Daten sammelt ein Cashback-Portal?
Drei Gruppen: Kontodaten, Kaufdaten und technische Klickdaten. Nur die erste gibst du bewusst an.
Kontodaten braucht das Portal, bevor Geld fließt. Bei Rakuten Deutschland muss die IBAN vorab hinterlegt sein. Shoop verlangt einmalig eine SEPA-Überweisung auf ein EU-Konto, bevor du andere Wege nutzen darfst. Ohne Bankkonto oder PayPal-Adresse funktioniert kein Portal.
Die Kaufdaten entstehen automatisch. Zu jeder vermittelten Bestellung liegen dem Portal Shop, Bestellwert und Datum vor. Meist kommt die Bestellnummer dazu, denn ohne sie prüft kein Netzwerk eine Nachbuchung.
Die Klickdaten entstehen bei der Weiterleitung. Dazu gehören die Klick-ID, der Zeitpunkt, die IP-Adresse und Angaben zu Browser und Gerät. Was ein einzelnes Portal davon speichert und wie lange, steht ausschließlich in seiner Datenschutzerklärung. Lies sie vor der Anmeldung.
| Datengruppe | Beispiele | Wozu sie gebraucht wird |
|---|---|---|
| Kontodaten | E-Mail-Adresse, Name, IBAN oder PayPal-Adresse | Anmeldung und Auszahlung |
| Kaufdaten | Shop, Bestellwert, Bestelldatum, Bestellnummer | Zuordnung der Gutschrift und Prüfung von Nachbuchungen |
| Klickdaten | Klick-ID, Zeitstempel, IP-Adresse, Browser und Gerät | technische Zuordnung des Kaufs zum Portal |
| Erweiterungsdaten | aufgerufene Adressen im Browser | Erkennung von Partnershops durch die Browser-Erweiterung |
| Bilddaten bei Bon-Apps | Foto des kompletten Kassenbons | Prüfung des beworbenen Produkts, das Foto zeigt aber den ganzen Einkauf |
Wie funktioniert das Tracking technisch?
Über ein Cookie mit einer Klick-ID. Manche Anbieter ergänzen Verfahren, die ohne Cookie auskommen.
Im Standardfall hängt das Portal eine Klick-ID an die Weiterleitung, der Shop speichert sie in einem Cookie, beim Kauf liest er sie aus und meldet sie an das Affiliate-Netzwerk zurück. Diese Rückmeldung heißt Postback.
Zwei Ergänzungen sind aus den Partnerprogrammen belegt. iGraal arbeitet mit 45 Tagen Cookie-Laufzeit und zusätzlichem Fingerprint-Tracking. Ein Fingerprint erkennt dein Gerät an einer Kombination technischer Merkmale, also auch dann, wenn du Cookies löschst. mycashbacks nutzt neben 30 Tagen Cookie-Laufzeit zusätzlich Postview-Tracking, also eine Zuordnung schon beim Sichtkontakt mit Werbung statt erst beim Klick.
Das Löschen von Cookies ist damit kein vollständiger Schutz. Tracking ist bei Cashback auch kein Nebeneffekt, sondern die Voraussetzung dafür, dass du überhaupt Geld bekommst. Wer maximale Datensparsamkeit will, verzichtet auf Cashback.
Dazu passt
- Tracking erklärtWie Klick-ID, Cookie und Postback zusammenspielen.
Wer bekommt meine Daten außer dem Portal?
Mindestens das Affiliate-Netzwerk und der Shop. Bei manchen Anbietern auch eine Konzernmutter im Ausland.
Die Kette ist technisch notwendig. Awin, belboon oder Daisycon stehen zwischen Portal und Händler und verarbeiten die Klick- und Umsatzdaten. Ohne diese Weitergabe entsteht keine Gutschrift.
Dazu kommt die Konzernstruktur. Shoop und iGraal gehören zur Atolls-Gruppe, vormals Global Savings Group. CashbackDeals.de, ShopBuddies.de, Qassa.de und CashSparen.de laufen über OrangeBuddies Media in den Niederlanden. ShopBuddies weist im eigenen Hilfebereich darauf hin, dass Auszahlungen über OrangeBuddies erfolgen und deshalb so auf dem Kontoauszug erscheinen.
Bei einigen Anbietern sitzt die Muttergesellschaft außerhalb der EU. ShopBack kommt aus Singapur, hinter Swagbucks steht die Prodege LLC in Kalifornien mit der Swagbucks GmbH in Berlin als deutscher Tochter. Rakuten Europe hat den Sitz in Luxemburg und damit innerhalb der EU. Wo genau verarbeitet wird, steht in der jeweiligen Datenschutzerklärung.
Der Weg deiner Daten
- 1
Dein Klick
Bei der Weiterleitung entstehen Klick-ID, Zeitstempel, IP-Adresse und Angaben zu Browser und Gerät.
- 2
Cookie im Browser
45 Tage
Der Shop speichert die Klick-ID. iGraal arbeitet im eigenen Partnerprogramm mit dieser Laufzeit und zusätzlich mit Fingerprint-Tracking.
- 3
Affiliate-Netzwerk
Awin, belboon oder Daisycon verarbeiten Klick- und Umsatzdaten. Ohne diese Weitergabe entsteht keine Gutschrift.
- 4
Portal und Konzern
Shoop und iGraal gehören zur Atolls-Gruppe. CashbackDeals, ShopBuddies, Qassa und CashSparen laufen über OrangeBuddies Media in den Niederlanden.
Dazu passt
- Affiliate-Netzwerk erklärtDie Stelle, die Klick- und Umsatzdaten verarbeitet.
Welche Rechte habe ich nach der DSGVO?
Sechs Rechte, die du formlos per E-Mail geltend machen kannst. Antworten muss das Portal binnen eines Monats.
Am nützlichsten ist die Auskunft nach Artikel 15. Du erfährst damit, welche Daten gespeichert sind, woher sie stammen und an wen sie weitergegeben wurden. Bei einem Cashback-Portal bekommst du damit auch eine Übersicht deiner erfassten Käufe.
- Schreibe an die Datenschutzadresse aus der Datenschutzerklärung des Portals.
- Nenne dein Recht, deinen Namen und die E-Mail-Adresse deines Kontos.
- Bitte ausdrücklich um die Angabe der Empfänger, also der Affiliate-Netzwerke und Konzerngesellschaften.
- Setze dir eine Erinnerung auf einen Monat, denn das ist die übliche Antwortfrist.
- Bleibt eine Antwort aus, wende dich an die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde.
| Recht | Grundlage | Was es dir bringt |
|---|---|---|
| Auskunft | Artikel 15 DSGVO | vollständige Übersicht über gespeicherte Daten und Empfänger |
| Berichtigung | Artikel 16 DSGVO | Korrektur falscher Angaben, etwa einer veralteten Bankverbindung |
| Löschung | Artikel 17 DSGVO | Löschung, soweit keine Aufbewahrungspflichten entgegenstehen |
| Einschränkung | Artikel 18 DSGVO | Sperrung der Verarbeitung während einer Klärung |
| Datenübertragbarkeit | Artikel 20 DSGVO | Herausgabe deiner Daten in einem maschinenlesbaren Format |
| Widerspruch | Artikel 21 DSGVO | Widerspruch gegen Verarbeitung auf Grundlage berechtigter Interessen |
Wie nutze ich Cashback datensparsam?
Mit einer klaren Trennung. Cashback braucht Tracking, aber es braucht nicht deinen gesamten Browserverlauf.
Der größte Hebel ist die Browser-Erweiterung. Sie verlangt Zugriff auf alle Websites, weil sie sonst keinen Partnershop erkennen kann. Wer darauf verzichtet und den Shop manuell im Portal aufruft, gibt deutlich weniger preis und sieht dabei sogar den aktuellen Satz.
Der zweite Hebel sind die Bon-Apps. marktguru, scondoo und reebate prüfen ein einzelnes Produkt, das Foto zeigt aber den kompletten Kassenbon mit allen anderen Artikeln. Wer das nicht will, kauft Cashback-Produkte getrennt vom übrigen Einkauf.
Der dritte Hebel ist die Zahl der Konten. Jedes zusätzliche Portal ist ein weiterer Verarbeiter deiner Kaufdaten. Zwei Konten reichen für fast alle, und ein drittes lohnt nur mit konkretem Anlass.
- Verzichte auf die Browser-Erweiterung und rufe Shops manuell im Portal auf.
- Nutze einen eigenen Browser oder ein eigenes Profil nur für Cashback-Käufe.
- Halte die Zahl deiner Portalkonten klein und lösche ungenutzte Konten.
- Fordere einmal im Jahr eine Auskunft nach Artikel 15 an, damit du den Umfang kennst.
- Lies vor der Anmeldung, wo der Betreiber sitzt und an welche Konzerngesellschaften Daten fließen.
Dazu passt
- Browser-Erweiterung erklärtWelche Rechte so ein Zusatzprogramm braucht.
- scondoo im TestEine der Bon-Apps, mit ihren Bedingungen.
Häufige Fragen
Sieht ein Cashback-Portal, was ich gekauft habe?
Es sieht Shop, Bestellwert und Datum. Meist kommt die Bestellnummer dazu. Einzelne Artikel bekommt ein Portal nur bei Bon-Apps zu sehen, weil dort das Foto des Kassenbons übertragen wird.
Kann ich mein Cashback-Konto löschen lassen?
Ja, über Artikel 17 DSGVO. Zahle vorher dein Guthaben aus, denn nach der Löschung ist eine Zuordnung nicht mehr möglich. Handels- und steuerrechtliche Aufbewahrungspflichten können einzelne Daten weiter binden.
Was ist Fingerprint-Tracking?
Ein Verfahren, das dein Gerät an einer Kombination technischer Merkmale erkennt, ohne ein Cookie zu setzen. iGraal nutzt es im eigenen Partnerprogramm zusätzlich zur Cookie-Laufzeit von 45 Tagen.
Ist eine Browser-Erweiterung ein Datenschutzrisiko?
Sie verlangt Zugriff auf alle besuchten Websites, weil sie Partnershops sonst nicht erkennt. Wer das vermeiden will, ruft Shops manuell im Portal auf und verliert dabei nur Bequemlichkeit.
Wie bekomme ich Auskunft über meine Daten?
Formlos per E-Mail an die Datenschutzadresse des Portals, unter Berufung auf Artikel 15 DSGVO. Bitte dabei ausdrücklich um die Nennung der Empfänger, also der Affiliate-Netzwerke und Konzerngesellschaften.
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