Online-Shop seriös? So prüfst du einen Händler vor dem Kauf
Kurze Antwort
Die drei schnellsten Prüfungen: Gib die Shop-Adresse in den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale ein. Öffne das Impressum und prüf, ob dort eine Anschrift, ein Vertretungsberechtigter und eine E-Mail-Adresse stehen. Geh im Bestellvorgang bis zum letzten Schritt und sieh nach, ob es mehr als Vorkasse gibt. Zeigt der Finder Rot, fehlt das Impressum oder bleibt nur Vorkasse, bestellst du nicht.
Inhalt dieser Seite7 Abschnitte
Wie prüfe ich, ob ein Online-Shop seriös ist?
Geh die sieben Punkte der Reihe nach durch. Die ersten drei sind die schnellsten. Schlägt einer davon an, bestellst du nicht.
Die Warnsignale kommen, wenn nichts anderes dabeisteht, von den Verbraucherzentralen und vom BSI. Auch wenn ein Shop alle Punkte besteht, bleibt ein Restrisiko. Deshalb rät die Verbraucherzentrale selbst bei grüner Ampel, sicher zu bezahlen und vorher die Rückgabebedingungen zu lesen.
- Fakeshop-Finder nutzen. Gib die Adresse des Shops unter verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder-71560 ein. Das Werkzeug antwortet mit einer Ampel und bezieht das Alter der Domain mit ein. Bei Grün ist der Shop bisher nicht negativ aufgefallen, bei Gelb prüfst du selbst weiter. Warnsignal ist Rot. Das zeigt der Finder etwa, wenn andere den Shop schon als Fakeshop gemeldet haben.
- Impressum öffnen. Das Gesetz verlangt, dass es leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar ist (§ 5 Abs. 1 DDG). Hinein gehören Name und Anschrift, bei einer GmbH oder AG auch Rechtsform und Vertretungsberechtigter, außerdem eine E-Mail-Adresse und, falls vorhanden, Registernummer und Umsatzsteuer-ID. Die Registernummer kannst du auf handelsregister.de nachschlagen. Eine Telefonnummer muss der Shop vor dem Kauf ebenfalls angeben (Art. 246a § 1 Abs. 1 Nr. 3 EGBGB). Warnsignale nennt das BSI: ein Postfach statt einer Anschrift, nur ein Kontaktformular oder eine kostenpflichtige Rufnummer im Ausland. Fehlt das Impressum, brich hier ab.
- Zahlungsarten bis zum Schluss ansehen. Fakeshops zeigen oft mehrere Zahlungsarten und verlangen im letzten Bestellschritt nur noch Vorkasse. Geh deshalb bis kurz vor den letzten Klick. Beim Kauf auf Rechnung zahlst du erst, wenn die Ware da ist. Warnsignal: Am Ende bleibt nur die Überweisung im Voraus, oder der Shop will das Geld über PayPal „Freunde und Familie“. Für solche Zahlungen gilt der PayPal-Käuferschutz nicht.
- Preis vergleichen. Such dasselbe Produkt bei anderen bekannten Händlern oder in einem Preisvergleich. Nicht jeder günstige Shop ist ein Fakeshop. Eine feste Grenze, ab der ein Preis verdächtig ist, nennt die Verbraucherzentrale nicht. Warnsignal: Auffallend niedrige Preise häufen sich.
- Bewertungen außerhalb des Shops lesen. Such den Namen des Shops zusammen mit Wörtern wie Erfahrungen oder Betrug. Zeigt ein Shop selbst Bewertungen, muss er angeben, ob und wie er prüft, dass sie von echten Käufern stammen (§ 5b Abs. 3 UWG). Gefälschte Bewertungen sind verboten (Anhang Nr. 23c UWG). Warnsignal: viel Lob im Shop, aber Warnungen anderswo.
- Gütesiegel anklicken. Ein echtes Siegel führt auf die Seite des Siegelbetreibers, und dort steht das gültige Zertifikat des Shops. Warnsignal: Das Siegel lässt sich nicht anklicken oder führt auf irgendeine andere Seite. Dann ist es vermutlich gefälscht.
- AGB und Widerrufsbelehrung lesen. Dort steht, wie du zurückschickst und wer das Porto trägt. Warnsignal: Die AGB fehlen oder klingen nach Übersetzungsprogramm.
Wann solltest du lieber nicht bestellen?
Sobald einer der folgenden Befunde auftaucht. Einer reicht.
- Der Fakeshop-Finder zeigt Rot. Die Verbraucherzentrale rät dann, sich bei einem anderen Shop umzusehen.
- Ein Impressum fehlt, für die Verbraucherzentrale „immer ein No-Go“.
- Am Ende des Bestellvorgangs steht nur Vorkasse zur Wahl. Dann besser nichts bestellen, schreibt die Verbraucherzentrale.
- Die AGB fehlen oder stammen erkennbar aus einem Übersetzungsprogramm.
- Das Gütesiegel führt zu keinem Zertifikat beim Siegelbetreiber.
- Der Shop will eine Zahlung über PayPal „Freunde und Familie“, für die PayPal keinen Käuferschutz gewährt.
Ist ein Shop seriös, nur weil ein Cashback-Portal ihn führt?
Nein. Dass ein Portal einen Shop führt, ist kein Gütesiegel.
Ein Portal listet einen Shop, wenn beide über ein Affiliate-Netzwerk oder einen direkten Vertrag verbunden sind. Für jeden vermittelten Kauf zahlt der Shop eine Provision, und einen Teil davon gibt das Portal als Cashback an dich weiter. Der Händler entscheidet selbst, welche Portale für ihn werben dürfen.
Am Kauf selbst ist das Portal nicht beteiligt. Den Kaufvertrag schließt du mit dem Händler, und nur er schuldet dir die Ware und bei einem Widerruf das Geld. Das Portal kümmert sich allein um dein Cashback.
Unser Datensatz führt Cashback-Sätze zu 6.809 Händlern aus 7 Portalen, Stand 04.11.2026. Wir vergleichen diese Sätze und prüfen keine Händler. Ein Eintrag bei uns ist deshalb kein Urteil über den Shop.
Prüf einen Shop, den du über ein Portal findest, also genauso wie jeden anderen. Das Portal selbst prüfst du mit dem Ratgeber „Ist Cashback seriös?“.
Dazu passt
- Cashback-Portal erklärtWas ein Portal macht und woran es verdient.
- Advertiser erklärtWie der Händler festlegt, welche Portale ihn führen dürfen.
Schon bestellt: Kann ich noch widerrufen?
Ja. Bei einem Online-Kauf hast du 14 Tage Zeit (§ 312g Abs. 1 und § 355 Abs. 2 BGB). Die Frist beginnt, sobald die Ware bei dir ankommt (§ 356 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a BGB). Einen Grund brauchst du nicht, und es reicht, den Widerruf vor Fristende abzuschicken (§ 355 Abs. 1 BGB). Ausgenommen sind etwa Maßanfertigungen oder versiegelte Hygieneartikel, die du geöffnet hast (§ 312g Abs. 2 BGB).
Seit dem 19. Juni 2026 muss ein Online-Shop dafür eine Widerrufsfunktion mit der Aufschrift „Vertrag widerrufen“ oder einer gleich eindeutigen Beschriftung bereithalten, solange die Frist läuft (§ 356a BGB). Nach dem Absenden bekommst du eine Eingangsbestätigung mit Datum und Uhrzeit.
Hat dich der Shop nicht richtig über dein Widerrufsrecht informiert, beginnt die Frist nicht. Das Recht erlischt dann spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach Erhalt der Ware (§ 356 Abs. 3 und 4 BGB).
Ab Eingang deines Widerrufs hat der Shop 14 Tage Zeit, dir das Geld auf demselben Weg zurückzuzahlen, auf dem du bezahlt hast (§ 355 Abs. 3 und § 357 Abs. 1 und 3 BGB). Er darf warten, bis die Ware wieder bei ihm ist oder du den Versand nachweist (§ 357 Abs. 4 BGB). Heb den Einlieferungsbeleg deshalb auf.
Mit dem Widerruf fällt auch dein Cashback weg. Der Händler meldet den Umsatz zurück, und das Portal storniert die Gutschrift.
Hast du bei einem Fakeshop per Vorkasse bezahlt, ist das Geld laut Verbraucherzentrale fast unmöglich zurückzubekommen. Bei anderen Zahlungsarten stehen deine Chancen besser.
Dazu passt
- Stornierung erklärtWarum ein Widerruf auch das Cashback streicht.
Wie bekomme ich mein Geld zurück, wenn nichts ankommt?
Über den Weg, auf dem du bezahlt hast. Ruf deine Bank oder deinen Zahlungsdienst sofort an. Eine Überweisung kannst du laut Verbraucherzentrale nur kurz stoppen, je nach Bank und Uhrzeit ein paar Stunden oder nur Sekunden. Viele Überweisungen laufen in Echtzeit.
Hast du per PayPal mit hinterlegter Kreditkarte bezahlt, entscheide dich für einen Weg. Reklamierst du denselben Kauf auch bei der Kartenbank, beendet PayPal sein eigenes Verfahren. Die Verbraucherzentrale rät, ein Problem mit einer PayPal-Zahlung direkt bei PayPal zu melden, statt die Abbuchung vom Konto zurückzuholen.
Danach sicherst du Belege: Bestellbestätigung, E-Mails und einen Screenshot des Angebots. Erstatte Anzeige bei der Polizei, das geht über die Onlinewachen der Länder auch im Netz. Hast du mit Klarna oder PayPal bezahlt, meld den Shop auch dort. Sitzt der Händler in einem anderen EU-Land, in Island oder Norwegen, hilft das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) kostenlos.
Wenn nichts ankommt: die Reihenfolge
- 1
Zahlung stoppen
Bank, Kartenbank oder PayPal sofort kontaktieren.
- 2
Belege sichern
Bestellbestätigung, E-Mails und Screenshot des Angebots.
- 3
Anzeige erstatten
Bei der Polizei, auch online über die Onlinewache.
- 4
Beraten lassen
Verbraucherzentrale, bei Händlern im EU-Ausland das EVZ.
| Zahlungsart | Weg zurück | Frist | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Kauf auf Rechnung | erst nach Erhalt zahlen | entfällt | Verbraucherzentrale |
| SEPA-Lastschrift | Erstattung durch deine Bank, ohne Begründung | 8 Wochen ab Abbuchung | § 675x Abs. 2 und 4 BGB |
| Kreditkarte | Chargeback über die kartenausgebende Bank | laut EVZ meist bis 120 Tage ab Abbuchung | Visa, EVZ |
| PayPal, Waren und Dienstleistungen | Konflikt melden, dann Käuferschutz beantragen | Meldung binnen 180 Tagen ab Zahlung, Antrag binnen 20 Tagen danach | PayPal-Käuferschutz |
| PayPal, Freunde und Familie | kein Käuferschutz | entfällt | PayPal-Käuferschutz |
| Überweisung, Vorkasse | Bank um Stopp bitten | nur bis zur Ausführung | Verbraucherzentrale |
Quellen und Stand
Alle Gesetzesstellen haben wir am 07.10.2026 bei gesetze-im-internet.de nachgelesen. Die Zahl der Händler stammt aus unserem Datensatz, Stand 04.11.2026.
- Verbraucherzentrale, Fakeshop-Finder: verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder-71560, abgerufen am 07.10.2026
- Verbraucherzentrale, Fakeshop-Glossar, Stand 23.10.2025: verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder/fakeshop-glossar-74791, abgerufen am 07.10.2026
- Verbraucherzentrale, Wie erkenne ich Fakeshops im Internet?, Stand 11.06.2025: verbraucherzentrale.de/node/13166, abgerufen am 07.10.2026
- Verbraucherzentrale, Gütesiegel bei Onlineshops, Stand 12.11.2025: verbraucherzentrale.de/node/6740, abgerufen am 07.10.2026
- Verbraucherzentrale, Bezahlen beim Online-Shopping, Stand 27.11.2025: verbraucherzentrale.de/node/61294, abgerufen am 07.10.2026
- Verbraucherzentrale, Internet-Betrug und Geld zurückholen, Stand 03.08.2026: verbraucherzentrale.de/node/33155, abgerufen am 07.10.2026
- BSI, Woran erkenne ich sichere Onlineshops?: bsi.bund.de, Rubrik Online-Shopping, abgerufen am 07.10.2026
- § 5 Abs. 1 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG): gesetze-im-internet.de/ddg/__5.html, abgerufen am 07.10.2026
- Art. 246a § 1 Abs. 1 Nr. 3 EGBGB: gesetze-im-internet.de/bgbeg/art_246a__1.html, abgerufen am 07.10.2026
- §§ 312g, 355, 356, 356a und 357 BGB: gesetze-im-internet.de/bgb, abgerufen am 07.10.2026
- § 675x Abs. 2 und 4 BGB: gesetze-im-internet.de/bgb/__675x.html, abgerufen am 07.10.2026
- § 5b Abs. 3 UWG und Anhang Nr. 23c UWG: gesetze-im-internet.de/uwg_2004, abgerufen am 07.10.2026
- IHK Gießen-Friedberg, Elektronische Widerrufsfunktion, gilt seit 19.06.2026: ihk.de, abgerufen am 07.10.2026
- PayPal, PayPal-Käuferschutz, letzte Aktualisierung 15.04.2025: paypal.com/de/webapps/mpp/ua/buyer-protection, abgerufen am 07.10.2026
- Visa Deutschland, Kartenzahlung schützt Verbraucher:innen, 27.11.2024: visa.de, abgerufen am 07.10.2026
- Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland, Chargeback, aktualisiert am 31.03.2026, und Über uns: evz.de, abgerufen am 07.10.2026
- Cashback Power, eigener Datensatz mit 6.809 Händlern aus 7 Portalen: Stand 04.11.2026
Häufige Fragen
Wie erkenne ich einen Fakeshop?
Die Verbraucherzentrale nennt vier Zeichen: eine auffällige Adresse, nur Vorkasse im letzten Bestellschritt, auffallend günstige Preise und ein fehlendes oder seltsames Impressum. Keines davon beweist allein etwas. Gib die Adresse deshalb zusätzlich in den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale ein.
Ist ein Shop seriös, wenn die Adresse mit https beginnt?
Nein, das allein sagt nichts über den Händler. Schloss und https zeigen laut BSI eine verschlüsselte Verbindung an. Den Betreiber nennt erst das Impressum.
Was mache ich, wenn ich bei einem Fakeshop bestellt habe?
Ruf sofort deine Bank oder deinen Zahlungsdienst an. Eine Überweisung lässt sich je nach Bank nur Sekunden bis Stunden lang stoppen, eine Lastschrift holst du binnen acht Wochen ohne Begründung zurück (§ 675x Abs. 2 und 4 BGB). Sichere Bestellbestätigung, E-Mails und Screenshots, dann erstatte Anzeige bei der Polizei, auch online.
Welche Zahlungsart ist beim ersten Kauf in einem Shop am sichersten?
Beim Kauf auf Rechnung trägst du das geringste Risiko, weil du erst nach Erhalt der Ware zahlst. Bei Lastschrift, Kreditkarte und PayPal mit Käuferschutz gibt es geregelte Wege zurück, jeweils mit eigener Frist. Von Vorkasse per Überweisung rät die Verbraucherzentrale ab.
Wie lange kann ich eine Online-Bestellung widerrufen?
14 Tage, sobald die Ware bei dir angekommen ist (§ 355 Abs. 2 und § 356 Abs. 2 BGB). Einen Grund brauchst du nicht. Fehlt eine korrekte Widerrufsbelehrung, erlischt das Recht spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach Erhalt der Ware. Für Maßanfertigungen und einige andere Waren gilt es nicht (§ 312g Abs. 2 BGB).
Kann ich einem Gütesiegel wie Trusted Shops trauen?
Nur wenn es sich prüfen lässt. Klick auf das Siegel: Ein echtes führt zum gültigen Zertifikat des Shops auf der Seite des Siegelbetreibers. Lässt es sich nicht anklicken oder landest du irgendwo anders, ist es laut Verbraucherzentrale vermutlich gefälscht.
Bekomme ich Cashback, wenn ich die Bestellung widerrufe?
Nein. Mit dem Widerruf verliert der Händler den Umsatz und meldet die Bestellung zurück. Das Portal streicht dein Cashback dann, bei einer Teilretoure anteilig.
Prüft Cashback Power, ob ein Shop seriös ist?
Nein. Wir vergleichen Cashback-Sätze zu 6.809 Händlern aus 7 Portalen, Stand 04.11.2026, und prüfen keine Händler. Ein Eintrag bei uns ist also kein Gütesiegel. Prüf einen unbekannten Shop deshalb selbst, am schnellsten mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale.
Passende Shops und Kategorien
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